KSH – Katholische Grundschule Hochallee | Unterrichtsmethoden
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Unterrichtsmethoden

 

Unser Rechtschreibkonzept
Seit mehreren Jahren bildet die FRESCH-Methode von Buschmann/Renk die Grundlage unseres Schreib- und Leseunterrichts. Einzelne Übungen aus der Rechtschreibwerkstatt nach Norbert Sommer-Stumpenhorst dienen in unserem Unterricht nach wie vor als Ergänzung zur FRESCH-Methode, und so stellen wir im Folgenden beide Konzepte vor.

 

Freiburger Rechtschreibschule (FRESCH)

Diese Methode wurde von Heide Buschmann an der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Waldshut entwickelt und zusammen mit ihrem Mitarbeiter Günter J. Renk und einem Team engagierter Lehrerinnen und Lehrer in Zusammenarbeit mit dem Oberschulamt Freiburg in vielen Jahren der praktischen Erfahrung in der Einzelberatung und im Unterricht weiterentwickelt.

Anders als in den herkömmlichen Methoden werden hier nicht die beeinträchtigten Einzelfunktionen trainiert, sondern durch die gleichzeitige Betätigung aller am Schreibprozess beteiligten Sinne werden Teilfunktionsschwächen kompensiert.

Dieser Ansatz basiert auf der Hypothese, dass unser Gehirn Informationen synchron in miteinander vernetzten Gehirnarealen verarbeitet. Die tragende Übung für die Koordination von Sprechen und Bewegung ist das rhythmisch-melodische Sprechen und Sprechschwingen. Hier gliedern die Kinder die Wörter in Sprechsilben und trainieren dabei die Sprechartikulation, die Schreib-/Leserichtung und die Synchronisierung der Sprech- und Schreibmotorik. Das Schreiben wird durch das Mitsprechen kontrolliert.

Nebenstehende Grafik macht deutlich, dass die Hälfte aller Wörter des Grundwortschatzes genau so geschrieben wird, wie man sie spricht. Deshalb kann durch Sprechschreiben (genau gleichzeitiges Sprechen und Schreiben) die Anzahl der Flüchtigkeitsfehler nach sehr kurzer Zeit erheblich reduziert werden.

Mit der Strategie des rhythmischen Verlängerns erschließen wir Wörter, deren Schreibweise am Wortende oder Wortstammende nicht eindeutig lautgetreu ist.

Bei der Lautähnlichkeit von e oder ä und bei der Lautgleichheit von eu oder äu bedienen wir uns der Strategie des Ableitens.

Es ist verblüffend, wie klein die Restgruppe der Wörter ist, deren Schreibweise weder durch Sprechschreiben noch durch das Anwenden von Strategien zu erschließen ist. Hier handelt es sich um Merkwörter, deren Schreibweise durch vielfältiges Üben eingespeichert werden muss.

Wenn Schüler dieses System sicher beherrschen, stellen sie mit Erstaunen fest, dass sie in der Lage sind, jedes beliebige Diktat zu schreiben, ohne es vorher wörtlich geübt zu haben.

Quelle: fresch-macht-fit.de

 

Die Rechtschreibwerkstatt nach Norbert Sommer-Stumpenhorst

Die Rechtschreibwerkstatt nach Norbert Sommer-Stumpenhorst ist ein Bild, das den Kindern die Ordnung der Rechtschreibung und den Verlauf des Rechtschreiblernprozesses überschaubar macht. Die drei Etagen des Werkstatthauses stehen für die drei grundlegenden Rechtschreibprinzipien (Lernebenen). Die einzelnen Zimmer der Rechtschreibwerkstatt geben die einzelnen Lernbereiche an.

 

Beispiele zur praktischen Umsetzung der Rechtschreibwerkstatt im Unterricht

Abschreiben (von Texten, Wörtern des Modellwortschatzes und Wörterlisten): Effizientes Abschreiben geschieht in 4 Phasen:

  • Umorientierung der Aufmerksamkeit (vor dem Abschreiben die Stellen markieren, die der eigenen Schreiberfahrung widersprechen)
  • aus dem Gedächtnis schreiben (kopieren verhindern – Abschreibheft, Wendediktat)
  • schreiben und mitsprechen (zuerst gedehnt [LB/LD], dann silbisch [LV/WZ])
  • überprüfen und korrigieren (noch einmal genau erlesen, was ich da geschrieben habe).

Partner- und Selbstdiktat: Beim Partner- oder Selbstdiktat werden Sprach- und Übungen zur Entwicklung des Rechtschreibgespürs zusammengebracht. Beim Partnerdiktat gilt für das diktierende Kind die Anweisung: »Diktiere so, dass dein Partner die Wörter mit Sicherheit richtig schreiben kann.« Das diktierende Kind ist demnach für das richtige Schreiben verantwortlich und wird sich bemühen, die Wörter deutlich zu sprechen. Beim Selbstdiktat diktiert sich das Kind die Wörter oder den Text zunächst auf ein Tonband (MP3-Player). Dabei gilt die Anweisung: »Diktiere so, dass du die Wörter anschließend mit Sicherheit richtig schreiben kannst. Du darfst dir so viele Hilfen mitdiktieren wie du brauchst.« Auch hierbei wird das Kind zum deutlichen Sprechen angehalten. Darüber hinaus wird das Kind beim Diktieren auch auf »schwierige Stellen« aufmerksam und diese mit Hilfen diktieren.

Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf ein rechtschriftliches Phänomen: Die Such- und Sortieraufgaben mit dem Modellwortschatz sind die beste Möglichkeit, die Aufmerksamkeit des Kindes auf ein einzelnes rechtschriftliches Phänomen auszurichten. Um tragfähige Eigenregeln entwickeln zu können, wird ein den Lernstufen folgender aufbauender Wortschatz verwendet. So werden hinderlich wirkende Ausnahmeschreibungen und Besonderheiten zunächst ausgeklammert.

  • Rechtschreibphänomene heraussuchen (z. B. in Partnerarbeit Wörter mit b heraussuchen: Kind 1: Wort vorsprechen, Kind 2: Wort nachsprechen, analysieren, entscheiden; ebenso Übungen zum lang oder kurz gesprochenen Vokal, zur Wortart, zur Ableitung, zur Wortbildung usw.)
  • Aus den heraussortierten Wörtern werden eigene Wörterlisten erstellt (Gruppierungen) und
  • die Wörter abgeschrieben (gehäufte Anwendung des gleichen Konstruktionsprinzips);
  • aus diesen selbst erstellten Wörterlisten können Rechtschreibprinzipien entdeckt und
  • Eigenregeln formuliert werden (z. B. »Wenn ich am Ende ein t höre, muss ich verlängern, um entscheiden zu können, ob ich d oder t schreiben muss.«)

Aufgaben zur Textkorrektur

  • Korrektur auf der Lautebene = »Lesen, was da steht.«
  • Korrektur auf der Wortebene = jonglieren – deutlich vorsprechen, Wörter zerlegen, Kontrollwörter bilden (ableiten, verlängern, Grundform bilden), Wortart bestimmen, Vokallänge bestimmen.
  • Korrektur bei Ausnahmeschreibungen = im Wörterbuch nachschlagen

Diese grundlegenden Rechtschreiblernmethoden eröffnen den Kindern unterschiedliche Zugangswege:

  • sprachlicher Zugang: Partnerdiktat, Selbstdiktat, Sortieraufgaben (Texte, Wörterlisten, MWS)
  • visueller Zugang: Abschreibübungen (Texte, Wörterlisten, MWS)
  • kognitiver Zugang: Aufgaben zum Nachdenken, Rumpelkammerübung, Textkorrektur

Die grundlegenden Rechtschreiblernmethoden nutzen verschiedene Arbeitsformen:

  • Stillarbeit/Einzelarbeit: Abschreiben, Textkorrektur, Selbstdiktat
  • Partnerarbeit: Sortieraufgaben, Partnerdiktat, Sprachübungen
  • Gruppenarbeit: Aufgaben zum Nachdenken

 

Grundschrift

Informationen über die von uns gelehrte Schrift entnehmen Sie bei Interesse bitte folgenden links:

die-grundschrift.de

grundschulverband.de/projekte/grundschrift/

 

Fördern und Fordern

Die Lernentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler beobachten wir kontinuierlich, um so die Weiterführung des Lernprozesses differenziert gestalten zu können. Der besonderen Verantwortung gegenüber Kindern mit besonderem Förderbedarf kommen wir in speziellen Förderunterrichtsstunden in kleinen Gruppen nach. Für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Leistungsvermögen stellen wir herausfordernde Aufgaben und anspruchsvolle Inhalte bereit. Jeweils am Ende des ersten und zweiten Schuljahres erhalten die Kinder (und Eltern) eine Rückmeldung über die individuellen Fortschritte in Form eines Kompetenzratserzeugnisses. In den Jahrgangsstufen drei und vier wird der Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler unter anderem mit Hilfe von Klassenarbeiten und -tests überprüft und zum Schuljahresende (in Klasse vier zudem auch zum Schulhalbjahr) in einem kombinierten Noten- und Kompetenzrasterzeugnis zusammengefasst.